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Das Lampenflimmern

oder wie man die Angst, vor anderen Menschen zu sprechen besiegt.

von Alex Mühle

"Ich wusste, was sich sagen wollte, aber dann kam das Lampenfieber und ich brachte kein Wort raus".


Wenn erst die Blockade da ist, ist dies ein Hund, der sich in den Schwanz beisst und vor lauter Stress, dass man blockiert ist, fühlt man sich noch gestresster. Und am Schluss geht gar nichts mehr.


So weit muss es nicht kommen. Das Lampenfieber ist wie Feuer. Hält man es unter Kontrolle, ist es ein Freund. Nimmt es überhand, wird es zum Feind. Als Freund verleiht es den nötigen Energie-Kick und Präsenz. Als Feind blockiert es. Die wahrgenommene Kompetenz geht in Rauch auf. Man mag noch so kompetent sein, wegen der Blockade erscheint man inkompetent.


Ich selbst habe wegen Lampenfieber schon ziemlich versagt. Erfahrung ist das Etikett, mit welchem man seine Misserfolge schönredet. Und Misserfolge sind der Ansporn, daraus zu lernen. Dass meine Misserfolge nun schon sehr lange zurückliegen, hängt mit mit meinen entwickelten Strategien zusammen.


Strategien

Es geht nicht darum, das Lampenfieber zu verteufeln doch so weit einzugrenzen, dass es hilft und nicht schadet. Dafür gibt es verschiedene Strategien.


  1. Vorbereitung: Zu wissen, was man sagen möchte und wie, schafft eine Sicherheit. Dazu ist es wichtig, die Präsentation zu Skripten, also als ausgeschriebenen Text auf Papier zu bringen und zu lernen. Ich wurde auch schon gefragt: "Was Du skriptest Deine Reden? Dann bist Du nicht authentisch!". Man sollte Authentizität nicht mit Spontanität verwechseln. Eine Echtheit kommt daher, wenn das Wort mit der Stimme und Körpersprache übereinstimmt, unabhängig davon, ob ich den Text gelernt oder spontan gesprochen habe. Die Gefahr bei Spontanität ist, dass man nach Worten suchen muss. Das killt einerseits den Spannungsbogen, die Körpersprache und Stimmvariation und somit die wahrgenommene Kompetenz. Andererseits schiesst in diesem Moment der Wortsuche das Adrenalin ins Blut und fertig lustig ist mit der Spontanität. Fazit: Je mehr man sich vorbereitet hat, je mehr Sicherheit gibt es und je mehr hat man das Lampenfieber im Griff

  2. Lachen: Vor der Präsentation auf dem WC still vor sich hin lachen hilft enorm. Lachen ist ein wunderbarer Stresskiller, ob nun echt oder willentlich spielt keine Rolle, das Hirn schüttet Endorphine aus, also Glückshormone, welche die Stresshormone auffressen. Daneben bewirkt willentliches Lachen auch eine Fröhlichkeit. Man wird fröhlich, weil man lacht. Fröhlichkeit ist eine mächtige Emotion und diese verdrängt eine andere Emotion: die Angst. Mit dem Fokus auf eine positive Emotion hält man das Lampenfieber in Schach. Der Mensch kann nicht Fröhlichkeit und Angst gleichzeitig fühlen. Eine Anspannung bleibt zwar, aber die gibt den positiven Energiekick.

  3. Entspannungstechnik: Jede Entspannungstechnik kann helfen. Das Relaxtraining von Mission Selbstvertrauen zielt auf eine Kombination von Atemtechnik, Entspannung und einer mentalen Technik, welche innere Kräfte aktiviert um sich getragen zu fühlen.

  4. Übung: Reden lernt man durch Reden. Dafür gibt es Toastmasters Clubs, in denen in einer wohlwollenden Clubatmosphäre und einem geschützten Rahmen geübt werden kann. Versagen ist bei Toastmasters völlig in Ordnung.

Der Umgang mit Lampenfieber ist sehr individuell und es gibt natürlich eine Vielzahl an verschiedenen Tipps. Befragt man beispielsweise ChatGPT, so erhält man eine Auswahl an 7 Punkten: Atmung, Vorstellungkraft, Bewegung, Entspannungstechnik, Vorbereitung, positive Selbstgespräche, Gespräche mit anderen. Daraus kann jeder nehmen was für ihn am besten wirkt.


Wichtig ist allerdings, dass man daraus seine eigene Strategie entwickelt, dass aus dem Feuer des Lampenfiebers nur noch eine Glut wird, die den nötigen Energiekick gibt, aber die Freiheit lässt, über den Dingen zu stehen.


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